Im Jahr 2023 verletzten sich berufsbedingt 2.944 Personen im öffentlichen Verkehr so schwer, dass sie von der gesetzlichen Unfallversicherung eine Unfallrente zugesprochen bekommen kamen. 2024 waren es 2.743 und 2025 2.958 neue Unfallrenten. Die Zahl der berufsbedingt tödlich im Verkehr verunglückten Menschen stieg im selben Zeitraum von 282 (2023) über 288 auf 298. Diese Zahlen nannten die Leiterinnen des DGUV Sachgebietes Verkehrssicherheit in der Arbeitswelt Maraike Tonzel (BG Verkehr) und Sarah Langer (BG ETEM) in einem Vortrag, den sich auch der sächsische Verkehrsstaatsekretär Sören Trillenberg anhörte.

An Unfällen mit Schwerverletzten waren im Jahr 2025 am häufigsten Pkw-Fahrende beteiligt (29 Prozent) gefolgt von Radfahrenden (25 Prozent). E-Bikes, Pedelecs, E-Scooter und E-Roller verzeichneten zusammen 5 Prozent, jedoch mit starkem Wachstum. An tödlichen Unfällen waren Pkw-Fahrerinnen und -Fahrer mit 48 Prozent am häufigsten beteiligt, gefolgt von Menschen am Steuer von Lkw (23 Prozent). Häufigste Auffahrursachen bei schweren und tödlichen Unfällen sind das Abkommen von der Fahrbahn, Auffahrunfälle und Zusammenstöße mit kreuzenden und abbiegenden Fahrzeugen.

Tipps der beiden Verkehrssicherheitsexpertinnen an die Verkehrsteilnehmer:

  • Geschwindigkeit an Verkehrs-, Wetter- und Straßenverhältnisse anpassen
  • Assistenzsysteme können Leben retten – eingeschaltet lassen!
  • Ablenkungsfaktoren beachten, Finger weg vom Handy
  • Fahren bei Müdigkeit vermeiden und rechtzeitig Pausen machen
  • Alkohol / Drogen / Medikamente
  • Schulterblick nie vergessen

Auch Unternehmen haben Einfluss auf die Verkehrssicherheit ihrer Beschäftigten. Deshalb sollte die Verkehrssicherheit dort auch thematisiert werden. Die Tipps an die Unternehmen:

  • Teilnahme an Fahrsicherheitstrainings ermöglichen
  • Schutzausrüstung bereitstellen (z.B. Fahrradhelm, Warnweste)
  • Masterdriver, also erfahrene Fahrerinnen oder Fahrer, zu Schulungszwecken einsetzen
  • Unfallgespräche führen
  • Unterstützung durch die Unfallversicherungsträger nutzen.

Einen interessanten Aspekt steuerten Henrik Liers und Theresa Weber von der Verkehrsunfallforschung an der TU Dresden bei.  Fahrradfahrende nutzen auf Arbeitswegen deutlich häufiger den Helm (32,1 Prozent) als in der Freizeit (18,1). Daher erleiden sie auf Arbeitswege rund 60 Prozent seltener schwere oder tödliche Kopfverletzungen.

Weitere Meldungen