Während 19 Prozent bestimmte Systeme häufig deaktivieren, schalten 40 Prozent die technische Unterstützung gelegentlich aus. Besonders häufig wird der Spurhalteassistent deaktiviert: Rund 56 Prozent der Befragten nutzen ihn regelmäßig nicht. Es folgen der Intelligente Geschwindigkeitsassistent mit rund 16 Prozent und der Abstandsregeltempomat mit etwa 15 Prozent. Der Abbiegeassistent wird von rund acht Prozent sowie der Notbremsassistent von etwa fünf Prozent regelmäßig deaktiviert.
„Der Einbau bestimmter Assistenzsysteme ist gesetzlich vorgeschrieben – und das mit gutem Grund. Es reicht jedoch nicht, die Technik nur zu verbauen. Wir müssen ihre Akzeptanz und konsequente Nutzung sicherstellen. Nur fundiertes Wissen schafft Vertrauen“, sagt DVR-Präsident Manfred Wirsch.
Die Umfrageergebnisse zeigen große Lücken bei der Qualifizierung im Umgang mit den Systemen:
| keinerlei Einweisung in die Nutzung der Systeme | 32 Prozent |
| informell durch Kollegen eingewiesen | 45 Prozent |
| offizielle Schulung | 24 Prozent |
| gefühlt nicht ausreichend über die Systeme informiert |
36 Prozent |
| Technik der Systeme ist unverständlich | 22 Prozent |
Mehr und bessere Unterweisungen nötig
„Hier stehen die Unternehmen in der Pflicht, ihre Beschäftigten entsprechend zu qualifizieren“, sagt Hans Heßner, Hauptreferent für Straßenverkehr und Fahrzeuge bei der BG Verkehr. Für ihn sind Unterweisungen der Schlüssel: „Fahrer und Fahrerinnen müssen Funktionen und Grenzen der verbauten Systeme kennen.“ Dabei zählt vor allem der Praxisbezug: „Gehen Sie mit Ihren Beschäftigten direkt an die Fahrzeuge und binden deren Erfahrungen mit ein.“ Ein weiterer Tipp: „Erkundigen Sie sich, ob die Hersteller Schulungsmaterial oder Videos zu den einzelnen Fahrzeugtypen anbieten.“
Wichtig ist es außerdem, dass der Umgang mit Fahrerassistenzsystemen ein verpflichtender Bestandteil der Fahrausbildung und Fahrerlaubnisprüfung ist: „Blinde Technikgläubigkeit kann ebenso riskant sein wie die Ablehnung von Technik, die nachweislich dazu beitragen kann, Unfälle zu vermeiden”, sagt Manfred Wirsch.
Klar ist aber auch: Trotz Fahrassistenzsystemen bleibt die Verantwortung für das Fahrgeschehen immer beim Menschen. „Fahren Sie so, dass Sie und andere unfallfrei ankommen, die Technik unterstützt Sie lediglich dabei“, sagt Hauptreferent Heßner.
Fahrsicherheitstraining: Zuschüsse jetzt beantragen
Eine gute Gelegenheit, die Funktionsweise und die Grenzen der Assistenzsysteme kennenzulernen, sind Fahrsicherheitstrainings. Auch in diesem Jahr unterstützt die BG Verkehr ihre Mitgliedsunternehmen bei der Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining. Die Zuschüsse lassen sich online beantragen. Die Abwicklung der Teilnahmenachweise und die Auszahlung des Zuschusses laufen ebenfalls digital.
Weiterführende Informationen
Fahrsicherheitstrainings
Förderungsbedingungen und Antrag
G9: Fahrerassistenzsysteme
Unterweisungskarte der BG Verkehr zum Thema