Zahlreiche Fahrerinnen und Fahrer erleiden jedes Jahr Prellungen, Bänderrisse, Knochenbrüche und Kopfverletzungen, weil sie beim Ein- oder Aussteigen abstürzen. Aber warum sind die Folgen so schwer, wenn doch die Absturzhöhe oft nur etwas über einen Meter beträgt? „Die Reaktionszeit ist für einen Menschen einfach zu kurz, um den Körper in der kurzen Zeit vor dem Aufprall in eine optimale Haltung zu bringen. Er kann sich nicht abfangen und daraus folgen leider häufig oben genannte Verletzungen“, sagt Michael Fischer, bei der BG Verkehr für Präventionsschwerpunkte zuständig.
Mehr zur Statistik lesen Sie in unserem Artikel "Kopfverletzungen sind häufig"
Praktische Tipps zum sicheren Ein- und Aussteigen
Vor dem Einstieg oder Ausstieg
- Öffnen Sie die Tür zum Ein- und Aussteigen vollständig. Nur bei vollständig geöffneter Tür kann der Ein- oder Ausstieg sicher genutzt werden
- Kontrollieren Sie Tritte und Haltemöglichkeiten auf mögliche Mängel
- Halten Sie den Ein- und Ausstieg frei von Hindernissen und Stolperfallen, wie z. B. Fußmatten, Schuhen, Handschuhen, Kanistern oder Trinkflaschen
- Achten Sie darauf, dass Tritte und Haltemöglichkeiten frei nutzbar sind
- Wenn Ihr Fahrzeug entsprechend ausgestattet ist, bringen Sie vor dem Verlassen das Lenkrad in eine möglichst senkrechte Stellung und senken den Sitz (mit der Ein- und Ausstiegshilfe) ab
Witterungsverhältnisse und Bodenbeschaffenheit
- Achten Sie grundsätzlich auf die Wetterverhältnisse und seien Sie bei Nässe, Schnee und Eis besonders vorsichtig.
- Befreien Sie die Auftritte vor dem Betreten von Schnee, Eis und Verschmutzung
- Achten Sie auf die Bodenbeschaffenheit, wie Unebenheiten und Bordsteine
Während des Ein- und Aussteigens
- Steigen Sie immer vorwärts ein und rückwärts aus
- Richtige Technik: „2+1“: Zwei Hände und ein Fuß sind immer in Kontakt mit dem Fahrzeug!
- Nutzen Sie die vorhandenen Haltemöglichkeiten
- Nutzen Sie jede Stufe - lassen Sie keine Stufe aus
- Nicht springen!
- Wechseln Sie Ihre Schuhe nicht auf den Tritten, sondern vor oder nach dem Ein- bzw. Aussteigen
- Halten Sie keine Gegenstände, wie beispielsweise Ladepapiere, Taschen oder
- Smartphones, in den Händen. Nutzen Sie Hilfsmittel, wie z. B. eine Umhängetasche.
- Tragen Sie beim Ein- und Aussteigen Schuhwerk, das den Fuß umschließt und rutschfest ist, um das Herausrutschen aus Schuhen und Abrutschen vom Tritt zu verhindern.
- Schauen Sie besonders beim Aussteigen auf die Beschaffenheit des Bodens vor dem Ausstieg, um sicher aufzutreten.
- Vorsicht beim Fahrzeugwechsel - die Anzahl der Trittstufen und deren Abstände untereinander sind nicht bei jedem Fahrzeugtyp identisch. Auch die Haltemöglichkeiten unterscheiden sich.
Gemeinsam gegen Absturzunfälle
Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) von Bund, Ländern und Unfallversicherungsträgern widmet dem Thema Absturz im Jahr 2026 ein eigenes Arbeitsprogramm. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Gefahren von Abstürzen am Arbeitsplatz deutlich zu stärken und einen aktiven Beitrag zur Vermeidung schwerer Unfälle sowie zur Förderung einer nachhaltigen Sicherheitskultur zu leisten. Ausgerichtet auf die Kernbotschaft „Jeder Absturz ist vermeidbar“ steht das Programm 2026 unter dem Claim „Sicher hoch hinaus“.
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