Bei PSA, die zum Schutz vor tödlichen Risiken wie beispielsweise Ertrinken verwendet wird, reicht eine theoretische Unterweisung nicht aus. Die Verwendung von PSA gegen tödliche Gefahren muss auch praktisch unterwiesen werden. Rettungswesten sind eine solche PSA, die gegen den Tod durch Ertrinken schützt.
Die Rettungsweste muss das oberste Kleidungsstück sein!
In der Gefährdungsbeurteilung legt die Unternehmensleitung fest, welche PSA notwendig und geeignet ist. Diese muss das Unternehmen zur Verfügung stellen und in ordnungsgemäßem Zustand halten. Je nachdem, wie häufig die Anwenderinnen und Anwender die PSA gegen Ertrinken nutzen, gibt es unterschiedliche Anforderungen an die Unterweisung (siehe Beispiele für Unterweisungen).
Unterweisung bei einmaliger Nutzung ohne Vorkenntnisse
Kurze Unterweisung von einer Person, die eine PSA gegen Ertrinken regelmäßig nutzt. Informationen zur verwendeten Art der PSA und zu deren Funktionsweise, möglichst konkret und kurz.
Praktischer Teil:
- richtiges Anziehen der PSA
- Handauslösung bei aufblasbaren Rettungswesten erläutern
Beispiele:
Gäste an Bord, Aushilfen, Probearbeitende, Büropersonal sowie Handwerksleute, die Aufgaben an Bord erledigen
Unterweisung bei wiederkehrender Nutzung
Unterweisung über die verwendete Art der PSA und zur Funktionsweise.
Weitere Inhalte:
- Gefahren beim Sturz ins Wasser
- Schwimmlagen mit und ohne PSA
Praktischer Teil:
- richtiges Anziehen der PSA als oberstes Kleidungsstück
- Sichtprüfung auf Beschädigung
- Wartungsintervall einhalten
- Funktionsbereitschaft überprüfen (abhängig von Westenbauform und Auslöseautomat)
- Handauslösung bei aufblasbaren Rettungswesten erläutern
- sinnvoll: eine konkrete Übung im Wasser eines Schwimmbads, um das Bewegen mit der Weste im Wasser zu üben
Beispiele:
Besatzungsmitglieder, insbesondere Auszubildende (bei Jugendlichen mindestens halbjährlich), Schiffsinspektorinnen und -inspektoren, Gastronomiepersonal mit nautischen Aufgaben
Unverzichtbar: Praktische Übungen
Vor der Nutzung muss die Einsatzbereitschaft der Rettungsweste überprüft werden. Hierfür gibt es den Kurzcheck. Wie man ihn durchführt, besprechen, zeigen und üben Sie in der Unterweisung. Damit die Weste bei einem Sturz ins Wasser zuverlässig schützt, muss sie richtig und eng am Körper anliegen. „Wichtig ist, dass sie das oberste Kleidungsstück ist, also nicht unter, sondern über der Kleidung getragen wird, damit der Aufblasvorgang nicht behindert wird“, sagt Christoph Dörr, Aufsichtsperson bei der BG Verkehr und Leiter des Sachgebiets Persönliche Schutzausrüstung gegen Ertrinken bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Das Anlegen mit dem richtigen Sitz der Rettungsweste ist Teil der praktischen Übungen. Ebenso, wie man Handauslösung, Signalpfeife und Mundaufblasventil betätigt und wie man die Betriebsbereitschaft überprüft – ein unbedingt notwendiger Schritt vor dem Anlegen. „Wenn möglich, ist eine praktische Übung im Wasser eines Schwimmbads sinnvoll, da so auch das Bewegen mit der Weste im Wasser geübt werden kann“, empfiehlt Dörr.
Moritz Heitmann
Redaktion SicherheitsProfi
Weiterführende Informationen
Überblick über die Gefahren beim Sturz ins Wasser
Fachbereich AKTUELL FBPSA-015
Praktische Unterweisung PSA gegen Ertrinken
Fachbereich AKTUELL FBPSA-018
Unterweisungskarte B1:
Rettungswesten (PSA gegen Ertrinken)
Film zur Unterstützung von Unterweisungen
Lass den Kopf nicht sinken