Eimer mit Farben und Lacken mit abgedruckten Gefahrstoffsymbolen
© iStock (Sergii Zhmurchak) mit contenova

Gefahrstoffe werden im täglichen Schiffsbetrieb als Arbeits- und Betriebsstoffe eingesetzt. Typische Beispiele sind:

  • Kraftstoffe,
  • Lösungs- und Anstrichmittel,
  • Rostschutz- und Entrostungsmittel,
  • Reinigungsmittel, Desinfektionsmittel und Schädlingsbekämpfungsmittel,
  • Schmierstoffe und Hydrauliköle,
  • Kühl- und Frostschutzmittel.

Kennzeichnung verstehen

Der Einsatz von Gefahrstoffen erfordert, sich mit deren Kennzeichnung zu befassen und diese zu verstehen. Die Kennzeichnung zeigt, welche Gefahren auftreten können und welche Schutzmaßnahmen man umsetzen muss.

Die Kennzeichnung gibt nur eine erste Orientierung. Entscheidend sind die Informationen im Sicherheitsdatenblatt. Es enthält auch Informationen zur Handhabung und Lagerung, zur persönlichen Schutzausrüstung und zur Ersten Hilfe.

Aufnahme von Gefahrstoffen in unseren Körper

Gefahrstoffe können auf drei Wegen in den menschlichen Körper gelangen:

  • über die Atemwege durch Gase, Dämpfe, Stäube und Aerosole, 
  • über die Haut und Schleimhäute durch Stäube und Flüssigkeiten sowie
  • durch Verschlucken von Stäuben und Flüssigkeiten.

In der Folge können akute Gesundheitsschäden wie zum Beispiel Reizungen der Haut, der Augen oder der Atemwege auftreten. Bei wiederholtem Kontakt sind auch chronische Gesundheitsschäden wie Allergien oder Asthma möglich. Diese entwickeln sich oft schleichend und werden daher leicht unterschätzt.

Handschutz: Kleine Maßnahme, große Wirkung

Handschuhe schützen vor direktem Hautkontakt mit Gefahrstoffen. Es gibt keinen Handschuh, der für alle Stoffe geeignet ist, aber das Sicherheitsdatenblatt der Hersteller der Gefahrstoffe liefert wertvolle Hinweise. Die an Bord häufig verwendeten Handschuhe aus Leder schützen nur gegen mechanische Einflüsse, nicht aber gegen Chemikalien. Wählen Sie beim Umgang mit Gefahrstoffen Handschuhe aus geeignetem Material.

Rolle beim Auftragen von Farben und Lacken am Schiff
© iStock I herreid

Atemschutz richtig einsetzen

Wenn bei Reinigungs-, Schleif- oder Anstricharbeiten Gase oder Stäube entstehen können, müssen Sie einen geeigneten Atemschutz verwenden. Das Sicherheitsdatenblatt hilft Ihnen dabei, den passenden Schutz auszuwählen. Wählen Sie Masken und Filter so aus, dass sie zu den konkreten Arbeits- und Einsatzbedingungen passen.

  • Setzen Sie geeignete Gasfilter ein, wenn bei den Arbeiten gesundheitsgefährdende Gase entstehen können.
  • Verwenden Sie Partikelfilter, wenn feine Stäube oder Partikel auftreten.
  • Nutzen Sie Kombinationsfilter, wenn gleichzeitig Gase und Partikel entstehen.

Umfüllen und Lagerung

  • nur die unbedingt notwendige Menge bereitstellen
  • geeignete Hilfsmittel wie zum Beispiel aufsetzbare Pumpen oder Trichter zum Umfüllen verwenden

Verhalten und Verantwortung

Oft lassen sich Risiken mit einfachen Maßnahmen deutlich reduzieren. „Achten Sie auf die Umgebung, in der die Arbeiten durchgeführt werden sollen“, sagt Ingo Tappert, der dieses Thema regelmäßig in den Seminaren der BG Verkehr anspricht. „Sorgen Sie für gute Belüftung oder verlegen Sie Arbeiten nach Möglichkeit ins Freie.“

  • Achten Sie bei Arbeiten mit Gefahrstoffen besonders darauf, dass:
  • während der Arbeit nicht gegessen, getrunken oder geraucht wird,
  • Hände vor der Pause und nach der Arbeit gründlich mit einem Hautreinigungsmittel gereinigt und anschließend mit einem Hautpflegepräparat eingecremt werden und
  • verschmutzte Kleidung sofort gewechselt wird.

„Sicherheit ist immer Teamarbeit“, sagt Tappert. „Führungsverantwortliche müssen mit gutem Beispiel vorangehen. Aber jede und jeder Einzelne trägt Verantwortung für sich und für die anderen an Bord.“ 

Dr. Marc Sgnonina
Redaktion SicherheitsProfi