Rückenlehne
Um die natürliche Form der Wirbelsäule in verschiedenen Sitzhaltungen zu unterstützen, sollte
- die Rückenlehne beweglich mit verstellbarem Anlehndruck sein,
- die Lehnenoberkante bis zu den Schulterblättern reichen (bei höhenverstellbarer Lehne) und
- eine in der Höhe anpassbare Lordosenstütze vorhanden sein (bei fester Lehne). Sie unterstützt den unteren Rückenbereich.
Sitzfläche
Die Kombination aus Unterschenkellänge, Fuß und Schuhwerk bestimmt die richtige Sitzhöhe.
Die Sitzfläche sollte
- in Höhe und Tiefe verstellbar sein,
- kleinen Benutzern ausreichenden Beckenhalt durch die Rückenlehne ermöglichen,
- großen Menschen ausreichende Auflageflächen für die Oberschenkel bieten,
- beim Hinsetzen leicht nachfedern und
- sich beim Zurücklehnen nicht an der Vorderkante anheben.
Armauflagen
Armlehnen dürfen die Tätigkeit nicht behindern und sollten
- in Höhe verstellbar und auf die Schulterbreite („lichte Weite“) einstellbar sein,
- nach vorn geneigt sein, um unterschiedliche Körpermaße auszugleichen (bei nicht verstellbaren Armlehnen),
- weich gepolstert sein und
- austausch- oder nachrüstbar sein.
Stuhlrollen
Die wichtigsten Kriterien für das Untergestell des Stuhls sind:
- Standsicherheit (Fußkreuz mit fünf Abstützpunkten),
- gebremste Rollen des unbelasteten Stuhls,
- zum Bodenbelag passende Rollen: einfarbig = harte Rollen für weiche Böden, etwa Teppich,
zweifarbig = weiche Rollen für harte Böden, zum Beispiel Parkett sowie - gutes Rollverhalten durch Doppel-Lenkrollen.
Fußstütze
An nicht höhenverstellbaren Tischen oder wenn der Verstellbereich für kleinere Menschen nicht ausreicht, richtet sich die Sitzflächenhöhe des Arbeitsstuhls an der 90-Grad-Armhaltung aus. Stehen die Füße dann nicht ganzflächig auf dem Fußboden, ist eine höhenverstellbare Fußstütze nötig. Diese sollte rutschhemmend sein und auf dem Fußboden nicht wegrutschen.
Individuelle Lösungen berücksichtigen
Büroarbeitsstühle sind standardmäßig für Körperhöhen zwischen 1,51 und 1,92 Metern konstruiert. Für alle kleineren und größeren Menschen müssen individuelle Lösungen her, ebenso für alle mit einem Körpergewicht von mehr als 110 Kilogramm. Auch bei mehr als acht Stunden täglicher Nutzungsdauer sind spezielle Lösungen erforderlich.
Benutzerinformation
Eine Benutzerinformation muss
- in deutscher Sprache vorhanden sein,
- den spezifischen Stuhl und seine Funktionen beschreiben,
- eine Anleitung für Pflege und Wartung enthalten.
Verstellmechanik
Alle Verstelleinrichtungen sollten
- gut erreichbar und intuitiv bedienbar sein,
- keine Verletzungsgefahr bergen,
- individuelle Anpassungen ermöglichen und
- sich nicht unbeabsichtigt betätigen lassen.
Damit auch das Wissen sitzt
Eine praxisnahe Unterweisung verhindert Fehleinstellungen und vermittelt Wissen über zusätzliche oder versteckte Einstellmöglichkeiten.
Dynamisches Sitzen
Der Begriff bezeichnet das Sitzen mit wechselnden Haltungen. Der Bürostuhl sollte dies unterstützen, zum Beispiel indem die Form von Sitzfläche und Lehne in vorgelehnter, aufrechter und zurückgelehnter Sitzhaltung ein entspanntes Sitzen ermöglicht.
Weiterer Tipp:
Arbeitsplätze so planen, dass Beschäftigte zwischendurch aufstehen müssen, zum Beispiel dadurch, dass der Drucker in einem anderen Raum aufgestellt ist.
Wirtschaftlichkeit
Der Anschaffungspreis ist nicht alles. Ein wirtschaftlicher Büroarbeitsstuhl
- hat eine gute Produktqualität,
- erleichtert und beschleunigt die Büroarbeit und
- erhält die Gesundheit der Beschäftigten.
Auf Prüfzeichen achten
Das GS-Zeichen sollte in jedem Fall vorhanden sein. Es ist der Nachweis dafür, dass die Mindestanforderungen an Sicherheit und Ergonomie eingehalten werden.
Weiterführende Informationen
Bildschirmarbeit
Technische Regel für Arbeitsstätten (ASR) A6
Bildschirm- und Büroarbeitsplätze
DGUV Information 215-410
Die Qual der Wahl – wie beschaffe ich den passenden Stuhl?
Checkliste der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG)